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Spiritualität

Was sind eigentlich Hexen?

Ein gefürchteter „Held” von Kindermärchen ist noch heute die Hexe, die nicht nur hässlich, sondern auch böse ist, und vor der sich jeder hüten sollte. Es ist uns allen bekannt, dass es im 18. und 19. Jahrhundert viele Hexenprozesse und Hexenhinrichtungen gab. Aber wer war überhaupt eine Hexe?

Wenn wir daran denken, dass im 19. und 20. Jahrhundert fast eine Million Menschen beschuldigt wurden, eine Hexe zu sein und hingerichtet wurden, ist diese Zahl sehr verblüffend. Noch unglaublicher ist, dass ein Großteil davon Menschen waren, deren Partner verstorben war, und sie vermutlich nicht einmal einer Fliege etwas zuleide tun konnten. Zu einem der bekanntesten Fälle zählt die Geschichte der Hexen von Salem, die sich im 17. Jahrhundert im kolonialen Amerika, im Bundesstaat Massachusetts, in der Stadt Salem zutrug.


Die Hexenprozesse von Salem

Es begann als harmloser Spaß, als einige jungen Mädchen – darunter die Tochter und Nichte des ortsansässigen Geistlichen – einige Einwohner damit beschuldigten, dass sie die Menschen verwünscht haben sollten, die ihnen nicht gefielen, die dadurch krank wurden und deren Wohlbefinden gestört war. Da zu dieser Gruppe auch die zwei „unbescholtenen” Mädchen gehörten, und es tatsächlich Krankheiten gab, die man sich nicht erklären konnte, glaubte jeder die Geschichte. Die Personen, die der Hexerei beschuldigt wurden, kamen schnell ins Gefängnis. Weitere Schritte ermöglichten die damaligen Gesetze nicht. (Das war selbstverständlich keine Lappalie, wenn man berücksichtigt, dass sie unschuldig waren und ein Neugeborenes und ein Kleinkind dieser Sache ebenfalls zum Opfer fielen.) Der nachfolgende Gouverneur von Salem fand selbstverständlich eine Lösung dafür – sich auf ein Gesetz berufend – die angeblichen Hexen hinrichten zu lassen.

Was führte eigentlich zu dieser Tragödie? Die Kolonisten standen im ständigen Konflikt mit den indianischen Ureinwohnern, was für beide Seiten eine enorme psychische Belastung war. Mit Gewalt versuchte man dort Menschen anzusiedeln, die die Bräuche, Lebensweise und Traditionen der Einheimischen überhaupt nicht kannten. Von den Indianern behauptete man, dass sie sich mit dem Satan verständigen und unreine Menschen sind. In diesem angespannten Seelenzustand jemanden als Hexe zu bezichtigen, löste automatisch eine Massenhysterie aus.

Den Einwohner von Salem wurde bald darauf klar, dass es ein Fehler war unschuldige Menschen mit Hexerei zu beschuldigen. Sie entschuldigten sich daraufhin bei den Hinterbliebenen, die später materiell entschädigt wurden.

Hexen in der Neuzeit

Auch heute noch  glauben viele Menschen daran, dass es Hexen gibt. Manche halten sich sogar für solche, da ihr Wirken nicht gesetzlich eingeschränkt ist. Wenn wir die vermeintlichen Tätigkeiten (zaubern, sich mit Geistern und Außerirdischen verständigen) der ehemaligen Hexen mit den ihren vergleichen, dann wird uns klar, dass es noch heute tatsächlich Menschen – in erster Linie Frauen – gibt, die sich damit beschäftigen.

Die Hexen von heute bezeichnet man als Anhänger des Wicca Neuheidentums. Ihr Symbol ist ein fünfzackiger Stern, der von einem Kreis umgeben ist. Der Kreis ist ein Zeichen für Kontinuität, der fünfzackige Stern für die fünf Elemente, mit denen die Hexen arbeiten.

Der grundsätzliche Unterschied zu den Hexen aus den vergangenen Jahrhunderten liegt darin, dass man von denen, die es heute gibt, kaum vermutet, dass sie anderen etwas zuleide tun. Im Gegenteil, sie werden häufig aufgesucht, um sie um Hilfe und Rat zu bitten. 

 
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