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Spiritualität

Wohnungseinrichtung auf Japanisch

Mit der Verbreitung der orientalischen Philosophie bekommt die asiatische Gegenstandkultur und Wohnungseinrichtung eine immer größere Bedeutung in der Welt. Die japanische Raumgestaltung ist eines der nachahmenswerten Modelle, das basierend auf dem Grundgedanken des Zens nach Harmonie mit der Welt strebt.

Die Grundlage des schmucklosen, auf Funktionalität beruhenden Stils ist, dass man sich auf sich selbst und auf seine körperliche und geistige Harmonie konzentriert. Er verneint Statussymbole und Konsumartikel zum Selbstzweck und versucht dagegen dem Menschen die Natur nahe zu bringen.

Die Gestaltung des Wohnraums in Japan ist in den Augen eines Laien scheinbar mit dem Stil des Minimalismus identisch. Es stimmt zwar, dass sich der letztere Trend aus dem orientalischen Stil entwickelt hat. Er birgt jedoch einen völlig anderen mentalen Inhalt und berücksichtigt vorwiegend Formen. Der Grundpfeiler der traditionellen japanischen Wohnraumgestaltung ist dagegen vielmehr eine Planung, die auf praktischen Dingen und Funktionalität beruht. Der Mensch ist umgeben von geordneten, abgerundeten Formen, weiten, luftigen, überschaubaren, hellen Räumen mit wenig Möbeln und noch weniger Ergänzungsgegenständen. Anlehnend an die Philosophie des Zens lehrt es Schmucklosigkeit, mit der unverhohlenen Absicht uns überflüssiger Dinge zu entledigen.

Die Umgebung sollte so einfach wie möglich sein, sagen die Japaner, so, dass sich der Geist frei entfalten kann. Man bemüht sich bewusst ein Umfeld zu schaffen, dass die Möglichkeit bietet, sich völlig zurückzuziehen, in sich hineinzuhören und körperlich und geistig in sich zu gehen. Dieses Verhalten hängt nicht nur davon ab, ob wir eine Wohnung haben und wie wir diese nutzen, denn wer in der Lage ist, seine Wohnung zu akzeptieren und dadurch auch die Natur, bei dem kommt über kurz oder lang in seiner seelischen Einstellung diese Harmonie ebenfalls zum Vorschein.

Reizarmes Umfeld

Die traditionelle japanische Innenausstattung ist absichtlich nicht Aufmerksamkeit erregend, das heißt, nicht der Mangel an Phantasie ist der Grund für wenige Farben, Formen, Möbel und Schmuckgegenstände. Es ist kein Zufall, dass vielmehr das Praktische in den Vordergrund tritt, und die wenigen Einrichtungsgegenstände, die man vorfindet, mehrere Funktionen haben. Sie sind zusammenklappbar, können aufgerollt und ineinander gesteckt werden, oder sind – wie die Wände aus Reispapier – verschiebbar. An den Wänden hängen keine bunten Bilder und falls doch, dann haben sie einen symbolischen Inhalt. Die Farbzusammenstellung der Wohnungen ist monochrom, sämtlicher Kontrast wird möglichst vermieden.

Menschen aus Fernost mögen sanftes Licht und Stimmungsleuchten, und nicht selten ist die Licht-Schatten-Wirkung nach der Dämmerung gleichzeitig Dekoration. Obwohl die Japaner auf dem Gebiet der technischen Errungenschaften eine Spitzenposition einnehmen, halten sie auch an Naturstoffen wie Leinen, Baumwolle, Bambus, Seide oder eben Papier fest.

Grundausstattung

Schiebetüren – Diese Raumteiler aus Holz, oder Holz und Papier, vielleicht auch aus Holz und Glas funktionieren oft gleichzeitig auch als Trennwand. Durch ihr Verschieben kann man leicht die Größe der Räume ändern, sie mit einer Bewegung zusammenschließen oder trennen und die Grenzen eines Zimmers auflösen oder eben hervorkehren.

Leistengitter als Raumteiler – Sie können als Alternative für herkömmliche Trennwände verwendet werden, in erster Linie um die Räume optisch zu unterbrechen. Sie bestehen traditionell aus Reispapier, das in einen Holzrahmen gespannt ist, oder aus Bambus.

Kleiner Tisch – Da die legendären japanischen Teezeremonien (cha-no-yu) auch heute noch Bestandteil des Alltags sind, stellen die Familien in einen zentral gelegenen Raum der Wohnung einen niedrigen kleinen Tisch, damit sie sich auf Kissen sitzend beim Tee trinken miteinander oder mit den Gästen unterhalten können.

Tatami – Die Fußbodenmatte ist eine auch in der westlichen Welt eine beliebte Matratzenart, die das Bett ersetzt. Sie diente ursprünglich dem Zweck, den Menschen möglichst nah am Boden zu halten und dadurch Nähe zur Natur zu gewährleisten. In modernen Wohnungen wird diese Matte heute vielerorts durch Futonbetten ersetzt. Die herkömmliche Tatami ist heute eher Hilfsmittel im Jogaunterricht, bei Meditationen und verschiedenen Sportarten.

Sitzkissen – Sitzgelegenheiten, die auf die Erde gelegt wurden und Esszimmerstühle ersetzen. Nicht zu Verwechseln mit den bei uns üblichen Zierkissen, denn den Japanern sind die auf das Kanapee oder Bett gesetzten Kissen zu Dekorationszwecken fremd.

Truhen – Sie ersetzen kleinere Schränke und Kommoden und dienen zum Verwahren von Gebrauchgegenständen, die schnell und komplett aus dem Blickfeld verschwinden müssen, z.B. die Requisiten der Teezeremonie.

Rollos, Rollladen – Angepasst an eine abgerundete, natürliche Formenwelt, die jede weiche und weibliche Verdunkelung vermeidet.

Reislampen – Die authentischen japanischen Leuchtkörper werden traditionell mit einem Lampenschirm aus Reispapier angefertigt, aber neben diesen gibt es heute auch Lampen aus den Grundstoffen Holz und Glas mit einfachen Linienführungen.

Gebrauchsgegenstände – Selbstverständlich kommen unter den Gebrauchsgegenständen Produkte der japanischen Lackkunst, Seidenweberei oder Porzellanmalerei zum Vorschein, aber sie dominieren keinesfalls im Raum und werden nur für die Zeit hervorgeholt, in der sie gebraucht werden.

Legendäre Holzstiche – Sie passen in Meditationsräume, denn sie versetzen den Geist in einen kontemplativen Zustand und befähigen Menschen auch solche Details seiner Umgebung wahrzunehmen, an denen er früher mit regungslosem Gesicht vorbeigegangen wäre.

Badekultur

In Großstadtwohnungen werden bis heute nur winzige Badezimmer gebaut, denn viele Japaner nutzen diese nur zur schnellen Körperreinigung und wickeln ein lang andauerndes Bad eher in den öffentlichen Bädern ab. In die Häuser auf dem Lande ist aber bis heute die japanische Badekultur weit verbreitet. Dementsprechend platziert man die Badewanne an die Stelle, von der aus man eine schöne Landschaft sehen kann, um die Entspannung noch vollkommner zu gestalten. Außer einem Badezimmer im Inneren des Hauses in der Provinz wird oft im Garten ein Steinbecken oder Holzbottich gebaut, in dem man ohne irgendwelche Chemikalien, meist in Aufgüssen aus Heilpflanzen badet.

Wenig Dekoration

In authentischen japanischen Wohnungen verwendet man kaum Schmuckelemente – und falls doch – dann sieht man auf diesen als bekanntes Symbole vorwiegend Lotusblumen und Bambusblätter. Der Lotus ist das Symbol für Frieden, Vollkommenheit und Erlösung. Er erscheint hauptsächlich auf Textilien, Tapeten oder Holzstichen. Der Bambus symbolisiert sowohl mit der Darstellung des Musters als auch mit der Verwendung der Bambusrohre selbst die Weisheit und das lange Leben.

Lebende und Tote

Die Kunst der traditionellen japanischen Blumenbinderei, das Ikebana lehnt sich eng an die Wohnungseinrichtung an. Diese weder lebendigen noch toten Stillleben versuchen nicht mit Blumen oder Blättern eine Wirkung zu erzielen, sondern genau umgekehrt nämlich mit den Hohlräumen. Für das Ikebana ist ebenfalls eine zurückhaltende, naturverbundene Farbenwelt in Pastelltönen charakteristisch. Die Formen sind in Anlehnung zur Natur eher asymmetrisch als symmetrisch. Um das Werden und Vergehen darzustellen, verwendet man für die Blumenwerke anstelle von ganz geöffneten Blütenblättern Knospen und Triebe oder trockene Zweige oder eventuell Blätter, um auch damit zu symbolisieren, wie Leben entsteht und vergeht.

Das Symbol der Harmonie zwischen Mensch und Natur – der Bonsai – stammt aus China und wurde erst in Japan richtig bekannt. Die Japaner haben ihn in der Vergangenheit fast mit einer religiösen Hochachtung umworben und den Minibaum noch mehr geschätzt als uralte Familienschätze. Wer so einen Baum großgezogen hat, betrachtet die Natur und seine eigene Rolle in der Natur mit ganz anderen Augen.

 
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